Was umfasst die neue Mietpreisbremse und welche Auswirkungen hat diese?

Der Ikea Effekt und seine Auswirkungen auf uns
30. Juli 2015
Wie entscheide ich welcher Schrank zu mir passt?
29. September 2015
Show all

Mietpreisbremse gegen Mieterhöhung - © Wolfgang Filser [Jede Nutzung ist honorarpflichtig. Veroeffentlichung nur gegen Honorarzahlung, Urhebervermerk und Belegexemplar. Die Verguetung muss erfolgen gemaess der gueltigen MFM-Honorarliste an: Kreissparkasse Augsburg BLZ 720 501 01, Konto 3045 2288, IBAN: DE42720501010030452288, BIC: BYLADEM1AUG,, Kontakt: e-Mail: WFilser@aol.com; Telefon: 08232 - 808 7797; Belegexemplar bitte an: Wolfgang Filser, Angerweg 6, 86856 Hiltenfingen]

Besonders in Ballungsräumen wie Berlin, wo die Nachfrage für Wohnraum extrem hoch und das Angebot knapp ist, steigen die Wohnpreise gerne in unerreichbare Höhen. Um dieser Situation zu trotzen wurde die sogenannte Mietpreisbremse am 1. Juni 2015 in Berlin eingeführt. Die Mietpreisbremse ist ein Teil des Mietrechtsnovellierungsgesetzes, welches die Mietpreisbremse sowie das neue Bestellerprinzip enthält.

Was ist die Mietpreisbremse?

Wenn das Angebot niedriger ist als die Nachfrage, steigt der Preis in der Regel. Wenn Wohnraum knapp wird, verlangen Vermieter höhere Preise. Doch die Nachfrage ist groß und so finden sich trotz der erhöhten Mieten immer noch zahlungswillige Mieter. Dabei bleiben Menschen mit geringeren Einkommen und alteingesessene Mieter auf der Strecke. Die Mietpreisbremse versucht bei dieser Entwicklung einzugreifen. Bei einer Neuvermietung darf der Preis nicht über 10 Prozent des ortsüblichen Preisniveaus liegen. Vorher durfte sich der Vermieter einen beliebigen Preis aussuchen. Das führte zu happigen Preissprüngen bei Neuvermietungen. Wir sprechen hier von Preiserhöhungen von 20-40 Prozent. Die Mietpreisbremse soll demnach den Normalverdiener im angespannten Wohnungsmarkt in Großstädten schützen.

Aber nur in den vom Bundesland ausgewiesenen Gebieten kommt die Mietpreisbremse zu Gebrauch.

Gibt es Ausnahmen von der Mietpreisbremse?

Ja, es gibt Ausnahmen bei Neubauten und bei umfangreich sanierten Wohnungen.

Neubauten, die das erste Mal vermietet werden, sind von der Mietpreisbremse ausgeschlossen. Erst ab der zweiten Vermietung greift die Mietpreisbremse ein.

Eine Sanierung von Bädern und Küchen bringt also Vorteile für den Vermieter mit sich. Nach der zweiten Vermietung darf die Miete nicht mehr beliebig erhöht werden. Dennoch bleibt der vorherige Preis gültig und muss nicht gesenkt werden.

Die Kostenmodernisierungen dürfen sich nur noch bis zu 10 Prozent auf den Mietpreis auswirken und das nur solange bis der Vermieter die Investition der Modernisierung wieder eingenommen hat.

 Ändert sich auch was an der Maklerprovision?

Seit dem 1. Juni 2015 gibt es ein neues Bestellerprinzip.

Dank des Bestellerprinzips müssen die Mieter nur noch dann die Maklerprovision zahlen, wenn der Mieter die Makler selbst “bestellt“ bzw. beauftragt haben. Wenn der Vermieter den Makler zugezogen hat um seine Wohnung zu vermieten, zahlt dieser dann auch die Provision an den Makler. In anderen Worten: Wer bestellt, der bezahlt. Dadurch sind zurzeit viele provisionsfreie Wohnungen auf dem Markt.

Wie lange ist die Mietpreisbremse gültig?

In den ausgewiesenen Gebieten, ist die Mietpreisbremse auf fünf Jahre befristet. Und gilt nicht länger als bis zum 31. Dezember 2020.

Hat die Mietpreisbremse Nachteile?

Die Mietpreisbremse ist aus einem Nachfrageüberschuss entstanden. Wenn die Preise jetzt auf diesem Preisniveau bleiben, lockt dass eventuell mehr potentielle Mieter an. Dadurch steigt die Nachfrage und die Spannung auf dem Wohnungsmarkt wird größer. Dieser Meinung ist unter anderem der Präsident des Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen.

Was bringt uns die Mietpreisbremse?

Vorab muss klar sein, dass die Mietpreisbremse bestehende Mietverhältnisse nicht verändern kann. Denjenigen, die schon in einer viel zu teuren Wohnung leben, kann nicht geholfen werden. Für neue Mietverträge ist der Mieter vor beliebig hohen Preissteigerungen gesichert. Aber eine überteuerte Wohnung wird dadurch auch nicht günstiger. Zudem sind Neubauten und Sanierungen von der Mietpreisbremse erst ab der zweiten Vermietung eingebunden.

Ob Mieter oder Vermieter, die Mietpreisbremse ist ein schwieriges und heikles Thema.

Was uns das Ganze bringt, werden wir spätestens in 2020 sehen.